Stellungnahme zum Personal des NFP57
Schriftliche Stellungnahme der Umweltorganisation Diagnose-Funk an Bundesrat Moritz Leuenberger
Kopien an: Bundesrat P. Couchepin, Prof. A. Kléber (SNF), Th. Zeltner (BAG), G. Oberle (BAFU), M. Dummermuth (BAKOM)
Forschungsprogramm NFP 57 zu Risiken elektromagnetischer Strahlung
Sehr geehrte Herren,
Die Ankündigung des demnächst startenden Forschungsprogramms NFP 57 und die dazu erschienene Broschüre veranlassten uns, diverse Fragen an den SNF und Ihre Ämter (BAG, BAFU) zu senden. Die Aussagen, die wir von diesen Ämtern erhalten haben (siehe Beilagen) stehen jedoch teilweise im Widerspruch zu den tatsächlichen Vorgängen im NFP-57. In Anbetracht der ausserordentlichen Wichtigkeit des NFP-57 für die Schweizer Volksgesundheit möchten wir Sie höflich bitten, die unten aufgeführten Ungereimtheiten eingehend zu untersuchen.
EINLEITUNG
Schon 1998, bei der Einführung des GSM-Mobilfunks, war absehbar, dass die komplette Bevölkerung der Schweiz (7,5 Mio Menschen) einer chronischen Hochfrequenzexposition ausgesetzt werden wird - gemäss Konzession praktisch „flächendeckend“. Herr Dr. Jürg Baumann (BAFU) bestätigte später gegenüber dem Ktipp, dass eine umfassende Risikoabklärung bei der Einführung des Mobilfunks aufgrund der Dynamik des Marktes nicht möglich war [1] Der damalige Leiter des BAFU, Dr. Philipp Roche, schlug bereits im Jahr 2002 ein umfassendes Programm zur Risikoabklärung vor. Es dauerte leider nochmals 2 Jahre, in denen weitere 2000 Antennen gebaut wurden, bis Sie ein Forschungsprojekt lancierten.
Nach dem Beginn des Programms verstrichen wiederum drei Jahre, (während weitere 2000 Antennen gebaut wurden), um eine Leitungsgruppe zu definieren, aus 36 Projektvorschlägen 11 auszusuchen und die dafür nötigen Forscher zu rekrutieren.
Derweil gibt es Tausende von Schadensmeldungen an Umweltschutzorganisationen und Hunderte weitere internationale Studien, welche auf ein hohes Schädigungspotenzial dieser Strahlung (besonders bei einer chronischen Exposition) hinweisen. Mittlerweile besteht ein umfangreicher „body of research“, welcher bereits erste Schlüsse auf die Wirkmechanismen der Strahlung ziehen lässt. (Ein Memo des ehem. Koordinators des bisher weltgrössten Forschungsprogramms „WTR“, Dr. George Carlo, haben wir beigelegt. Es resumiert in eindrücklicher Weise den Stand der Wissenschaft und den Einfluss der Industrie.)
Abb. 1: Anzahl Antennenstandorte (GSM und UMTS-Standard) in der Schweiz mit über 6 Watt Leistung. Weitere Netze (WLAN, WiMax) sind im Ausbau. WAVE folgt evtl. später. Quelle: BAKOM
Die Umweltschutzorganisation diagnose-funk möchte folgende Kritik an dieser Stelle anbringen:
UNZUMUTBARE VERSCHLEPPUNG
Im Antwortschreiben vom 20.März 2007 teilt uns Herr Christian Mottas mit, dass der Schlussbericht des NFP-57 erst 2010 dem Bundesrat übergeben wird und es dem Bundesrat obliegt, allfällige Massnahmen daraus abzuleiten.
Auf Grund der bereits bekannten und mit der flächendeckenden Versorgung noch zu erwartenden Folgen dieser Strahlung auf die Gesundheit von Mensch und Natur besteht jedoch schon heute ein dringender Handlungsbedarf. Es wäre daher völlig unannehmbar, wenn der Bundesrat bis zum Abschluss des Projektes keine Massnahmen ergreifen würde. Bis dahin müsste der Bürger noch etliche WLAN und WiMax-Netze, zusätzlich zu den bestehenden Netzen, ertragen.
Logisch wäre zumindest ein Ausbaustopp für neue Netze und Anwendungen bis zum Vorliegen der Ergebnisse des NFP-57. Zum Vergleich: Dr. Snow hatte 1854 im Londoner Stadtteil Soho eine Pumpe geschlossen, da er bemerkte, dass fast alle 500 Cholera-Opfer Wasser aus dieser Quelle getrunken hatten. Aufgrund dieser Hinweise hat man nicht 30 Jahre gewartet, bis Robert Koch den für die Choleraepidemie veranwortlichen Bazillus entdeckt hatte [2]. Der Zustand, den die Umweltschutzorganisationen im Fall des Mobilfunks vorfinden, ist grotesk und ethisch unhaltbar.
Abb. 2: Die "Ägyptische Studie" (Abdel-Rassoul et al. 2006, Environmental and Occupational Medicine Dept., Menoufiya University [3]), eine der neun heute verfügbaren wissenschaftlichen Studien um Mobilfunkantennen (in 11 Publikationen, [4]): Bei allen untersuchten neurologischen Beschwerden fand sich ein markanter Anstieg im Umfeld einer Mobilfunkantenne. Die Studienteilnehmer wurden erst nach der Umfrage über die Antenne und den Zweck der Studie informiert. Das Studiendesign entspricht dem heutigen Qualitätsstandard wissenschaftlicher Studien. Die Ergebnisse sind konsistent: Alle 9 international verfügbaren Studien fanden signifikante Einflüsse der Strahlung auf die Gesundheit der Anwohner. Dies bei einer Vielzahl der untersuchten Parameter. Die Effekte traten jeweils unterhalb der Schweizer Anlagegrenzwerte auf (soweit Feldstärkemessungen vorliegen).
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DIE BESETZUNG DER LEITUNGSGRUPPE
Auf unsere Frage, wie die Objektivität und Unabhängigkeit der Personen in der Leitungsgruppe geprüft wurde, antwortete uns Herr Mottas in seinem Schreiben, die Mitglieder würden auf Grund einer Publikationsliste, ihres Curriculums, ihres Arbeitsbereichs und ihrer grundlegenden Haltung zu NIS-Technologie ausgewählt.
Anhand der hier aufgeführten Fallbeispiele stellt sich die Frage, ob diese Kriterien überhaupt angewendet wurden:
Prof. Anders Ahlbom, Institut für Epidemiologie, Karolinska Institut, Stockholm
Seit 1996 war Prof. Ahlbom einige Jahre lang Mitglied im medizinischen Forschungsrat der schwedischen Tabakindustrie (Medical Research Council). Seit 1995 ist er Mitglied in der „ICNIRP“, einem industrienahen Privatverein (!) ohne Mandate, mit Sitz in München. Dort besetzt er den Posten des Vorsitzenden im ständigen Ausschuss für Epidemiologie. Trotz Hunderten von Studien, welche gesundheitsschädigende Effekte unterhalb der Grenzwerte fanden, stützt die ICNIRP ihre Grenzwertempfehlung immer noch lediglich auf den thermischen Effekt. Dies entspricht einer Sichtweise, als ob man Grenzwerte für Röntgenstrahlung statt mit einem Geigerzähler mit einem Thermometer prüfen könnte (Vergleich von Prof. Reiner Frentzel-Beyme) Im Dezember 2004 war Herr Ahlbom Hauptautor
einer Literaturübersicht zu epidemiologischen Studien [5]. Fazit: Es gäbe immer noch keine überzeugenden Daten für eine gesundheitliche Beeinflussung durch hochfrequente Strahlung. Mit dieser Aussage werden Hunderte von hochsignifikanten Dosis-Reaktions-Beziehungen als ein gigantisches Zufallsereignis abgestempelt. Aus dieser Haltung heraus kann von Prof. Ahlbom wohl gar keine andere Interpretation des NFP-57 erwartet werden.
Prof. Jørgen Bach Andersen, Institut für elektronische Systeme, Universität Aalborg
Prof. Bach Andersen hatte jahrelang für einige Telekommunikationsfirmen (Siemens; TDC usw.) gearbeitet und war zumindest bis 2003 noch Berater im Auftrag einiger Gerätehersteller [6]. In einem Expertenbericht schrieb er, UMTS-Strahlung sei völlig harmlos. Jahrelang beharrte er darauf, es gebe keine wissenschaftlichen Beweise für irgendwelche gesundheitlichen Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern, und UMTS-Strahlung sei bestimmt die harmloseste von allen Strahlungen (Quelle: Prof. Sianette Kwee, Universität Aarhus). Er machte sich über all diejenigen lustig, die Sendemasten für gefährlich hielten und über Wissenschafter, deren Studien zu biologischen Effekten hochfrequenter Strahlung positive Resultate zeigten. Als sich in Bach Andersens Nachbarschaft Protest gegen einen UMTS-Sendemast des dänischen Mobilfunkbetreibers TDC formierte, sagte er im Interview mit Journalisten, dass man, trotz fehlender Beweise zur Schädlichkeit der Antennen, in diesem Fall dennoch das Vorsorgeprinzip anwenden sollte. Natürlich hätte das überhaupt nichts damit zu tun, dass sein Haus so nahe beim geplanten Mast stand ... Da die Antennen in der Schweiz recht weit von ihm entfernt stehen würden, können wir annehmen, dass sein Urteil im Leitungsausschuss des NFP 57 weniger bürgernah ausfallen würde.
Prof. Elisabeth Cardis, Internationales Krebsforschungszentrum (IARC), Lyon
Prof. Cardis koordiniert das von der EU und der Industrie finanzierte INTERPHONE-Projekt. In den diversen bisher publizierten Teilergebnissen findet man wesentlich schwächere Risiko-Faktoren für Gehirntumore bei Handynutzern, als in unabhängig finanzierten Studien. Z.T. könnte dies daran liegen, dass Personen, die nur einmal pro Woche ein Gespräch führen, von Frau Cardis in die Kategorie der Handynutzer eingeteilt wurden. Dies wäre etwa so, als würde man eine Person, die nur einmal in der Woche eine Zigarette raucht, als Tabakraucher bezeichnen. Bei einer Gegenüberstellung von Nutzern und Nichtnutzern wird das Risiko wesentlich verwässert. Nach diesen Erfahrungen stellt sich die Frage, ob Frau Cardis aufgrund ihrer Industrienähe für solch einen Leitungsausschuss die nötige Objektivität mitbringt.
Es fällt auf, dass die Kriterien des SNF wohl eher eine gute Absicht blieben, weil man z.B. bei Prof. Andersen lediglich das Curriculum vitae auf dem Internet aufrufen muss, um zu erkennen, dass er im Dienst der Industrie steht.
VERGABE DER FORSCHUNGSPROJEKTE
Die Vergabe der Projekte erfolgte teilweise an Personen, die durch ihre bisherigen Forschungen und / oder Aussagen erkennen lassen, dass sie der Industrie ebenfalls sehr nahe stehen, oder starkem Druck ausgesetzt sind:
Prof. Dr. Peter Achermann, Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich
Prof. Achermann war Co-Autor der TNO-Nachfolgestudie (Schweizer UMTS-Studie), die durch eine kurzzeitige Exposition eine Befindlichkeitsstörung bei elektrosensiblen Personen prüfen sollte. Prof. Achermann und seine Kollegen definierten jedoch die Auswahlkriterien für die Probanden so, dass elektrosensible Personen meist ausgeschlossen wurden (Details siehe unter Referenz [7]). Die Ergebnisse standen daher, wie zu erwarten war, im Widerspruch zur holländischen Studie und wurden als Entwarnungsstudie angepriesen.
Als die holländische Regierung, welche die Schweizer Studie mitfinanzierte, die Protokolle von Herrn Achermann einsehen wollte, wurde unverständlicherweise ein Einblick verwehrt bzw. mit fadenscheinigen Begründungen bis heute hinausgezögert. Die heftigen Reaktionen während der Befeldung, von denen uns einige Versuchspersonen später berichteten, wurden von Hr. Achermann nicht erwähnt. (Details siehe [8].) „Es konnte kein negativer Einfluss der UMTS-Strahlung auf das Wohlbefinden festgestellt werden“, hiess es in der Studie schlicht. Die wenigen elektrosensiblen Personen, die zu Anfang nicht „gefiltert“ werden konnten, wurden im Nachhinein statistisch „weggeglättet“.
Dr. Martin Röösli, Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern
Dr. Röösli war Co-Autor der oben erwähnten TNO-Nachfolgestudie und Hauptautor der Schweizer Literaturanalyse „Hochfrequente Strahlung und Gesundheit“ (BAFU-Material Nr. 162, [9]). Das Fazit der Literaturanalyse lautete, es gäbe noch nicht genügend Studien, um eine Aussage zu gesundheitsrelevanten Effekten des Mobilfunks machen zu können, obwohl rund 75% der Studien gesundheitsrelevante, biologische Effekte der Strahlung fanden. Die Diagnose-funk zählte noch 49 weitere positive Studien am Menschen bzw. menschliche Zelle, welche in der Literaturanalyse nicht berücksichigt wurden, obwohl diese in der Szene der Elektrobiologen bekannt waren und in anderen, einschlägigen Literaturübersichten zu finden waren. Angesichts der Faktenlage ist es unverständlich, dass ein Präventivmediziner, wie Herr Röösli, keine warnenden Worte spricht. Es ergibt sich hier und auch an anderen Stellen der Eindruck, dass Herr Röösli von seiten der Behörden und/oder der Industrie unter Druck gesetzt wird. Nur die Vergabe von Forschungsprojekten an Herrn Röösli reicht daher nicht aus. Es muss zuerst die Unabhängigkeit des Forschers sichergestellt werden (was ebenso für seine Kollegen gilt).
Es erscheint uns auch hier fragwürdig, ob die Unabhängigkeit und Objektivität der Projektleiter vom SNF wirklich geprüft wurde.
VERFORSCHTE STEUERGELDER
Zwei von 11 Projekten dienen der Abklärung der „Risikowahrnehmung“ in der Bevölkerung. Anders ausgedrückt, versucht man zu analysieren, wieso der Bürger die erschreckenden Ergebnisse von unabhängig finanzierten Studien höher gewichtet, als die Gegenstudien der Industrie. Das psychologische Institut der Universität Zürich und die Universität della Svizzera Italiana sollen herausfinden, wie man die Kommunikation über die Risiken elektromagnetischer Strahlung „verbessern“ kann. Doch was soll man unter „verbessern“ verstehen? Zum momentanen Zeitpunkt veranstaltet man Pressekonferenzen, um Entwarnungsstudien wie die TNO-Nachfolgestudie in die Presse zu bringen. Zur kurz vorher in einer Fachzeitschrift publizierten Schwarzenburger Nachfolgestudie (vor der Haustür von Bern), die signifikante Effekte auf gesundheitliche Parameter fand, gab es dagegen nicht einmal einen Hinweis auf der Webseite des BAFU. Das NFP-57 dazu: „Die Herausforderung, die Bevölkerung über die Risiken elektromagnetischer Strahlung zu informieren, besteht darin, die Menschen vor möglichen Gesundheitsschäden zu warnen, ohne sie unnötig zu beunruhigen, (...)“ (Zitat aus der Broschüre zum NFP 57). Die Absicht erscheint klar: Selektives Publizieren beunruhigt am wenigsten. Hierfür braucht man nicht lange zu forschen.
Man braucht auch nicht zu erforschen, wieso der Bürger aufgebracht ist, wenn man ihm eine Mobilfunkantenne vor die Wohnung stellt, während die Antennen - wie von Geisterhand gesetzt- einen Abstand von mindestens 800m zu den Bossen der Mobilfunkbetreiber einhalten [10]. Nun darf sich der Bürger auch noch darüber ärgern, dass man mit dem Thema „Risikowahrnehmung“ Steuergelder verschwendet, die anderswo viel dringender gebraucht würden.
NICHTEINBINDUNG VON UMWELTORGANISATION
Im Jahr 2002 hat Frau Mirjana Moser (BAG) in einem Interview der „Luzerner Zeitung“ vom 20.3.02 betont, dass man im Falle eines wissenschaftlichen Projektes Umweltorganisationen miteinbeziehen müsste, um ein neutrales Klima zu schaffen. Wir stellen fest, dass dies nicht einmal bei der Auswahl der Leitungsgruppe oder Forschungsprojekte beherzigt wurde. Es ist völlig unverständlich, warum auf diese Erfahrungen verzichtet wird, weil gerade die Umweltorganisationen aufgrund ihrer Erfahrungen mit schon jetzt geschädigten Menschen einen wichtigen Beitrag leisten könnten.
HANDELN STATT FORSCHEN
Es gibt heute schon zur Genüge Studien, die die Gefährlichkeit dieser Strahlungsart mit hoher Signifikanz nachweisen und es liegen jede Menge konsistente Hinweise in Form bereits aufgetretener Schäden vor. Es ist daher nicht zu verantworten, dass das betroffene Volk, bei dem sich die Schadensfälle von Tag zu Tag mehren, noch auf weitere und wohl erst noch ungewisse Ergebnisse warten soll. Es handelt sich hier um ein bisher noch nie dagewesenes Vorgehen der Behörden und Gerichte, das nicht die Volksgesundheit gemäss der Verfassung (BV Art. 10.1 und 10.2) schützt, sondern einseitig die Interessen der Industrie. Doch gerade in der Schweiz sollten die Behörden aufgrund der umfangreichen Studien um den Schwarzenburger Radio-Kurzwellensender sensibilisiert worden sein.
Noch nie dagewesen ist ebenfalls die Art der Verbreitung dieser Technologie: Konnte man sich bisher in eigener Verantwortung vor Schäden wie Asbest (so man davon wusste) oder vor Tabak schützen, ist heute jedermann der Strahlung ausgesetzt - egal, wo er sich aufhält: daheim, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in öffentlichen Gebäuden, in Schulen, Spitälern, Heimen, in Läden, ja sogar in Fussgängerzonen. Dies völlig unfreiwillig, ungebeten, ja gezwungenermassen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Stimmung im Volk am Siedepunkt angelangt ist.
WIR FORDERN
Die Diagnose-funk fordert daher die zuständigen Bundesräte, das BAFU und den Schweizer Nationalfond auf:
1. Ein umgehender Ausbaustopp neuer Mobilfunknetze, bis sich der Stand der internationalen Forschung in den Grenzwerten widerspiegelt - mit oder ohne Ergebnisse des NFP 57.
2. Einbezug von Umweltorganisationen als offizielle Beobachter mit angemessenen Befugnissen.
3. Streichung des Projekts zur Risikowahrnehmung. Damit werden Gelder z. Bsp. für die Erforschung des Melatoninhaushalts bei chronischer Mikrowellenexposition im Niedrigdosisbereich oder für weitere epidemiologische Projekte frei.
4. Forschung ja, aber Handeln, auch ohne NFP-57-Ergebnisse abzuwarten.
5. Ersatz von Personen in der Leitungsgruppe, die in industrienahen Gremien sitzen oder für die Verharmlosung der Gefahren bestens bekannt sind, damit das Ziel der Unabhängigkeit und Objektivität des SNF nicht bloss auf dem Papier existiert.
6. Besser Absicherung der Unabhängigkeit der Forscher.
7. Effizientere Forschung: Das 5 Millionen teure Projekt NFP-57 wird aus Steuermitteln der Bürger finanziert. Die viel billigere Option, an verschiedenen Orten Antennen für eine gewisse Zeit auf minimaler Leistung zu betreiben oder gar abzuschalten, um dann die gesundheitliche Reaktion in der Bevölkerung zu beobachten, sollte dringend in Erwägung gezogen werden.
Weil nicht mehr und nicht weniger auf dem Spiel steht, als Gesundheit und Leben der gesamten Bevölkerung und das Weiterbestehen ihrer Lebensgrundlagen über Generationen hinweg, halten wir es im Namen der betroffenen Bürgerschaft, für dringend erforderlich, dass die Verantwortlichen des NFP-57, auf die oben angeführten Punkte eingehen.
Beilage:
Memo von Dr. George Carlo, ehem. Chef des WTR-Programms, vom 26. Juli 2006.
Referenzen:
[1] Siehe Ktipp Nr. 6, 2004.
[2] http://www.swr.de/buffet/teledoktor/krankheit/-/id=257074/nid=257074/did=283800/dgpe8z/index.html
[3] Abdel-Rassoul, G., Abou El-Fateh, O., Abou Salem, M., Michael, A., Farahat, F., El-Batanouny, M., Salem, E.: “Neurobehavioral effects among inhabitants around mobile phone base stations”, NeuroToxicology, doi:10.1016/j.neuro.2006.07.012, 2006.
[4] Wenzel et al. 2002, Hutter et al. 2002, Santini et al. 2002, Santini et al. 2003, Navarro et al. 2003, Oberfeld et al. 2004, Eger et al. 2004, Wolf et al. 2005, Hutter et al. 2006, Abdel-Rassoul et al. 2006, Germann 2007.
[5] http://www.icnirp.org/documents/EPIreview1.pdf
[6] http://cpk.auc.dk/~jba/JBA-CV.pdf
[7] http://www.diagnose-funk.ch/aktuell/00000097f40c6132a/00000097f41402112.html
[8] http://www.diagnose-funk.ch/aktuell/024be296a1117bf07/000000987c10cfa0a.html
[9] http://www.diagnose-funk.ch/gesundheit/000000982308bb207/000000982b0077806.html
[10] SALDO Nr. 3, 2006,
http://www.diagnose-funk.ch/aktuell/024be296a1117bf07/033ea298f5091550b.html
Vorgeschichte
Dieser Stellungnahme ist folgender Briefwechsel vorausgegangen:
Dokumente
Anfrage der diagnose-funk an die Leitung des NFP-57 [81 KB]
Antwort des Programmkoordinators Dr. Christian Mottas [102 KB]
Antwort des Bundesbeobachters Dr. Jürg Baumann (BAFU) [46 KB]
Stellungnahme mit kompletter Dokumentation zu allen Kritikpunkten der diagnose-funk [156 KB]